Springe zum Hauptmenü Springe zum Inhalt Springe zum Fußzeilenmenü

Informationen für Organisationen und Unternehmen

Die aktuellen Entwicklungen auf dem Energiemarkt stellen die österreichische Wirtschaft und Industrie vor Herausforderungen. Die Bundesregierung hat eine Reihe von Maßnahmen gesetzt, um die Resilienz der Volkswirtschaft zu erhöhen und die Versorgung Österreichs (u. a. durch eine Strategische Gasreserve) sicherzustellen. 

Wichtige Fragen und Antworten zur Situation für Unternehmen, Institutionen und Organisationen finden Sie hier.  

Zur Energiesituation in Österreich 

Im Fall einer Energie-Versorgungskrise kommen die Bestimmungen des Energielenkungsgesetzes (kurz: EnLG) zur Anwendung. Voraussetzung ist eine unmittelbar drohende oder bereits eingetretene Störung der Energieversorgung, die keine saisonale Knappheit darstellt und nicht durch den Markt behoben werden kann. Alle Informationen zu den Zielen, Art und Dauer der Lenkungsmaßnahmen 
finden Sie hier

Die vom Klimaschutzministerium durchgerechneten Szenarien zeigen, dass bei gut gefüllten Speichern, Verbrauchsreduktion und erfolgreicher Erschließung alternativer Lieferquellen eine Unterbrechung der Lieferung von Erdgas aus der Russischen Föderation über die Dauer von mehreren Monaten mit den Maßnahmen der Stufe 1 überbrückt werden kann. 

Um die Versorgungssicherheit auch in der kommenden Heizsaison zu gewährleisten und die Abhängigkeit von russischen Erdgaslieferungen zu reduzieren, hat die Bundesregierung bereits umfassende Maßnahmen in die Wege geleitet. Die Grundlagen dafür sind die Befüllung der österreichischen Speicher, die Diversifizierung von Importrouten sowie die Reduktion des Verbrauchs von russischem Gas durch Energieträgerwechsel, Effizienz und Einsparungen. 

Um im Ernstfall vorbereitet zu sein, hat das Klimaschutzministerium als zusätzliche Vorsorge eine Verordnung auf Grundlage des Energielenkungsgesetzes vorbereitet. Diese befindet sich derzeit in politischer Abstimmung. Da es sich um eine Energielenkungsmaßnahme handelt, werden den betroffenen Unternehmen die Kosten für die Ertüchtigung ersetzt. 

Großverbraucher:innen (Industrieanlagen, Kraftwerke und Fernheizwerke), bei denen es technisch, rechtlich und wirtschaftlich vor dem kommenden Winter machbar ist, haben ihre Anlagen für den Betrieb mit alternativen Energieträgern zu ertüchtigen. Diese Ertüchtigung setzt Rechtssicherheit im Hinblick auf die Anpassung der Emissionsgrenzwerte voraus. 

In § 7 Abs. 1 Z 20a des Gaswirtschaftsgesetzes 2011 ist definiert, wer bei der Gasversorgung als „geschützte:r Kund:in “ gilt und als solcher nicht ohne weiteres Verfahren von der Belieferung ausgeschlossen bzw. beschränkt werden kann. Diese sind:

  • Haushaltskund:innen, die an ein Erdgasverteilernetz angeschlossen sind, sowie 
  • grundlegende soziale Dienste, welche nicht den Bereichen Bildung und öffentliche Verwaltung angehören.

Auswirkungen auf Wirtschaft und Industrie

Die Auswirkungen hängen von vielen Faktoren ab, z. B. von Zeitpunkt/Saison und Dauer der Unterbrechung, den verfügbaren Speicherständen und der Verbrauchsreduktion. Die  Bundesregierung unternimmt für alle möglichen Szenarien umfangreiche Vorkehrungen, damit es zu keinen bzw. möglichst geringen Auswirkungen kommt. 

Es gibt mittlerweile mehrere wissenschaftliche Analysen zu den volkswirtschaftlichen Effekten eines möglichen Gaslieferstopps aus Russland (z. B. eine Studie der Österreichischen Nationalbank (OeNB) auf Basis eines Input-Output Modells, eine Studie des Complexity Science Hub (CSH), die konkrete Zahlen für die negativen ökonomischen Effekte eines möglichen Gas-Lieferstopps für Österreich vorlegt, oder einen Policy Briefing von Agenda Austria. 

Die aktuellste Konjunkturprognose des IHS geht bei einem Gaslieferstopp aus Russland von einem Rückgang von 27 % des insgesamt verfügbaren Erdgases in Österreich aus (Zeitraum Herbst 2022 bis Sommer 2023) sowie von einer effizienten Verteilung über einen Preismechanismus. Ein entsprechender Rückgang der Gasmengen führt laut IHS-Berechnungen zu einem Einbruch des BIP von 3 %, wobei die möglichen Einsparungen von Haushalten und in der Stromerzeugung die wichtigsten Hebel zur Abfederung des Einbruchs darstellen. Können dadurch größere Mengen an Gas für die produzierenden Sektoren freigegeben werden, fällt der negative wirtschaftliche Effekt schwächer aus.

Die Vorbereitung und Koordinierung der Lenkungsmaßnahmen auf Basis der Energie-Lenkungsmaßnahmen-Verordnungen ist der Regulierungsbehörde E-Control übertragen. Eine Kürzung der Gasbezugsmengen für die Gewerbe- und Industrieunternehmen erfolgt jedenfalls nicht überraschend, sondern mit einer Vorlaufzeit von zumindest mehreren Tagen, damit ein geordnetes Zurückfahren der Produktionsprozesse möglich ist.  Die jeweiligen Aufrufe oder auch Anforderungen werden breit kommuniziert. Aktuelle Informationen finden Sie auf der Website der Regulierungsbehörde E-Control.

 

Nein. Grundsätzlich gilt die Maxime, alle Branchen (mit Ausnahme der gesetzlich geschützten Kund:innen) möglichst gleich zu behandeln. Zu Liefereinschränkungen kommt es nur in absoluten Notsituationen und diese sind grundsätzlich nicht verhandelbar. Hier gilt es auch, eine gesamtstaatliche Solidarität zu praktizieren.

Für Kosten, die durch Energielenkungsmaßnahmen entstanden sind, bekommen Unternehmen eine Entschädigung (gemäß § 6a des Energielenkungsgesetzes 2012). Für Vermögensnachteile, die nicht durch Energielenkungsmaßnahmen entstanden sind, sondern beispielsweise auf die faktische Nichtverfügbarkeit von Erdgas ohne staatliche Intervention zurückgehen, gebührt kein Ersatz.

Seitens der Bundesregierung gibt es bislang keine Vorgaben, die Produktionen der Betriebe einzuschränken. Unternehmen haben jedoch bereits ihre Produktionen an die gesteigerten Energiepreise angepasst. 

Auf der Website der Regulierungsbehörde E-Control finden Industrieunternehmen alle Informationen zum Erwerb von Speicherkapazitäten.

In einer Energie-Lenkungsmaßnahmen-Verordnung des Klimaschutzministerium können gemäß §§ 26 Abs. 1 Z 4 und 31 des Energielenkungsgesetzes 2012 Abweichungen von Emissionsgrenzwerten für Großabnehmer:innen festgelegt werden, vorausgesetzt, die Großabnehmer:innen substituieren ihren Erdgasverbrauch durch einen anderen Energieträger aufgrund einer Energielenkungsmaßnahme gemäß § 26 Abs. 1 Z 2 des Energielenkungsgesetzes 2012.
 

Ja, das Klimaschutzministerium unterstützt Unternehmer:innen beim Umstieg auf erneuerbare Energieträger. Aktuell gibt es folgende Förderschwerpunkte: 
 

  1. Der neue Förderungsbereich „Raus aus Öl und Gas – erneuerbare Prozessenergie für Betriebe“ der Umweltförderung im Inland schafft einen Anreiz für Betriebe, bestehende fossile Produktionsanlagen oder -prozesse auf erneuerbare Energieträger umzurüsten. Ebenso förderbar sind die Erhöhung des Anteils erneuerbarer Energie in bestehenden Anlagen gegenüber der vorherigen Verwendung von fossilen Brennstoffen und die Umstellung von fossilen Prozesswärme- bzw. Dampferzeugern auf Ökostrom unter bestimmten Voraussetzungen. Die Förderung beträgt 45 % der Investitionsmehrkosten und kann für Klein- und Kleinstunternehmen um 20 % sowie für mittlere Unternehmen um 10 % erhöht werden. Die  Anwendung dieser Zuschläge ist für Förderungsanträge, die bis zum 30.09.2023 einlangen, möglich. Mehr Informationen zur Förderung finden Sie unter: Umweltförderung - Erneuerbare Prozessenergie für Betriebe 
     
  2. Ein breites Spektrum von Förderungen – unter anderem für Energieeffizienzmaßnahmen in Unternehmen wie z. B. Wärmerückgewinnung oder effiziente Nutzung von Energie – finden Sie außerdem auf der Website der Umweltförderung

Die unterschiedlichen Teilmärkte des Strommarktes (Terminmarkt, Day-Ahead-Markt und Intradaymarkt) zeichnen sich durch verschiedene Handelsprodukte und unterschiedliche Preisdynamiken aus. Weder das Klimaschutzministerium noch die E-Control noch eine andere Behörde darf nach den geltenden Vorschriften in die Preisbildung eingreifen. Am Day-Ahead-Markt lässt sich die Preisbildung durch das sogenannte Merit-Order-Prinzip beschreiben: Kraftwerke, die günstig Strom produzieren – wie die Erneuerbaren –, werden als erstes zur Bedarfsdeckung zugeschalten. Danach werden so lange Kraftwerke auch mit höheren Grenzkosten zugeschalten, bis der Bedarf im Markt gedeckt ist. Der Preis wird vom letzten und somit teuersten Kraftwerk (Gas, Kohle) bestimmt. Sämtliche abgerufene Kraftwerke erhalten denselben Preis für den von ihnen erzeugten Strom, der Preis ist unabhängig von der Erzeugungsform (erneuerbar/fossil). 

Energieeffizienz lohnt sich in jedem Fall: Sie bedeutet weniger Kosten für Strom, Wärme und Kälte, eine höhere Wettbewerbsfähigkeit und ist ein wichtiger Beitrag zu den Klimazielen. Die Vielfalt betrieblicher Technologien ist groß – dementsprechend breit sind auch die möglichen Energieeffizienzmaßnahmen. Um ein Maximum des Einsparpotenzials ausschöpfen zu können, bietet klimaaktiv zahlreiche Unterstützungsangebote für Betriebe, die Sie gesammelt unter energieeffiziente Betriebe finden.

Kurzfristig umsetzbare Maßnahmen, die sich schnell rechnen, sollten jetzt rasch umge­setzt werden. Verschaffen Sie sich mit den Top Tipps rund ums betriebliche Energiesparen einen ersten Einblick in die Einsparmöglichkeiten. Holen sie sich die passenden Informationen in den Technologieschwerpunkten, vom ersten Überblick in den Fact-Sheets bis zu den detaillierten Audit-Leitfäden, für mittel- und langfristig umsetzbare Effizienzmaßnahmen. In über 400 Good-Practice-Beispiele umgesetzter Effizienzmaßnahmen können Sie sich Anregungen für Effizienzvorhaben in Ihrem Unternehmen holen. 

Um Wissen im Unternehmen aufzubauen besuchen Sie eine der klimaaktiv Technologie (Online-)Schulungen oder wählen Sie sich in ein Webinar der Reihe „Unternehmen umbauen“ ein. Profitieren Sie von den Erfahrungsberichten und Lösungsansätzen der klimaaktiv Projektpartnerbetriebe auf ihrem Weg in eine fossilfreie Zukunft. Bei Beleuchtung, Kühlgeräten und Nutzfahrzeugen gibt es beim Neukauf und der Nutzung vieles zu beachten. Auf topprodukte.at. geben wir Ihnen die wichtigsten Tipps und Ratschläge für den effizienten Gebrauch und die relevanten Beschaffungskriterien.

Förderungen des Klimaschutzministeriums für Investitionen in Energiesparmaßnahmen in Unternehmen finden Sie unter Umweltförderungen

Die Implementierung von KMU – Energiemanagementsystemen wird über das Austria Wirtschaftsservice - Energie & Klima gefördert. 

Energiekostenzuschuss

Mit dem Energiekostenzuschuss wird von der österreichischen Bundesregierung eine neue Förderung ins Leben gerufen. Die Förderung ist Teil des Anti-Teuerungspakets und hat zum Ziel, die erhöhten Preise bei Strom, Erdgas und Treibstoffen für energieintensive Unternehmen und gewerbliche Vereine abzufedern und den Wirtschaftsstandort in der aktuellen Krise zu sichern und die Wettbewerbsfähigkeit bestmöglich zu erhalten. Die Förderung orientiert sich am EU-Krisenrahmen. Die gesetzliche Grundlage wurde mit dem Unternehmens-Energiezuschussgesetz (UEZG; BGBl. I Nr. 117/2022) im Juli 2022 geschaffen. Abgewickelt wird der Zuschuss im Auftrag des Bundesministeriums für Arbeit und Wirtschaft von der aws, der Förderbank des Bundes.

Das Förderprogramm ‚Energiekostenzuschuss‘ richtet sich grundsätzlich an energieintensive, gewerbliche und gemeinnützige Unternehmen und unternehmerische Bereiche von gemeinnützigen Vereinen. 
Um kleinere Unternehmen sowie unternehmerische Bereiche von gemeinnützigen Vereinen zu unterstützen, entfällt lediglich bei Jahresumsätzen bis EUR 700.000 das 3%-Energieintensitätskriterium. 
 

In Zeiten der Energiekrise ist es klar, dass staatliche Förderungen an Energiesparmaßnahmen gebunden sein müssen. Als Förderkriterium setzen Förderungswerber:innen daher bis 31.3.2023 Energiesparmaßnahmen im Bereich der Beleuchtung und Heizung im Außenbereich.

Ausgenommen sind unter anderem Unternehmen, die gemäß Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnung als staatliche Einheit gelten, aber auch energieproduzierende oder mineralölverarbeitende Unternehmen sowie Unternehmen aus dem Bereich Banken- und Finanzierungswesen. 

Nicht förderungsfähige Unternehmen sind auch Betriebe in der Landwirtschaft. Für diese wird jedoch auf Basis des Landwirtschaftsgesetzes eine Sonderrichtlinie des Bundesministers für Land- und Forstwirtschaft ausgearbeitet. 

Unternehmen, deren jährliche Energiekosten sich auf mindestens 3 Prozent des Produktionswertes bzw. Umsatzes belaufen, können den Zuschuss beantragen. Die 3 Prozent beziehen sich auf den letztgültigen Jahresabschluss von 2021 ODER auf den Förderzeitraum Februar bis September 2022, sofern dies von einem Steuerberater bestätigt wird. Die Entscheidung, welcher Zeitraum als Referenzzeitraum herangezogen wird, obliegt den Unternehmen. Ausgenommen von diesem Eingangskriterium sind Betriebe bis max. 700.000 Euro Jahresumsatz. 

Es sind dabei vier Förderstufen vorgesehen:

  • Stufe 1: Es werden Mehrkosten für Strom, Erdgas und Treibstoffe mit 30 Prozent der Preisdifferenz zum Vorjahr gefördert. Die Zuschussuntergrenze beträgt 2.000 Euro.  Energiekostenzuschuss für Strom, Erdgas und Treibstoffe bis maximal EUR 400.000 
    Während Stufe 1 nationale Spielräume erlaubt, sind die Förderkriterien ab Stufe 2 europarechtlich besonders eng vorgegeben.  
  • Stufe 2: Für den Zuschuss in Stufe 2 müssen sich als Voraussetzung die Preise für Strom und Erdgas zumindest verdoppelt haben. In diesem Fall werden bis zu 70 Prozent des Vorjahresverbrauchs mit max. 30 Prozent gefördert. Die maximale Förderhöhe beträgt hier 2 Millionen Euro. Treibstoffe können in dieser Stufe nicht gefördert werden. Energiekostenzuschuss für Strom und Erdgas bis maximal EUR 2.000.000
  • Stufe 3: Ab Stufe 3 müssen Unternehmen zudem zusätzlich einen Betriebsverlust aufgrund der hohen Energiekosten vorweisen. Hier sind maximale Zuschüsse von bis zu 25 Millionen Euro möglich. Energiekostenzuschuss für Strom und Erdgas.
  • Stufe 4: Energiekostenzuschuss für Strom und Erdgas über die Berechnungsstufe 3 hinausgehende Förderungen können nur für besonders betroffene Sektoren und Teilsektoren, wie beispielsweise Stahlhersteller, gewährt werden. Hier sind maximale Zuschüsse bis zu 50 Millionen Euro möglich.

Zusätzlich zum Energiekostenzuschuss wird aktuell an einem Pauschalfördermodell für Kleinst- und Kleinbetriebe gearbeitet, die die Anspruchsvoraussetzungen für den Energiekostenzuschuss nicht erfüllen. 
 

Für den Antrag ist zunächst auf Basis von wenigen Stammdaten eine Registrierung im aws Fördermanager notwendig. Diese Registrierung wird von Ende Oktober bis Mitte November möglich sein. Unternehmen erhalten in der Folge eine Absendebestätigung und Informationen über einen Zeitraum für die formale Antragseinreichung.


Pro Unternehmen kann nur ein Antrag gestellt werden. Dieser muss alle förderbaren Energieformen umfassen. Die formale Antragseinreichung ist grundsätzlich ab Mitte November 2022 möglich.


Um eine zielsichere Unterstützung sicherzustellen und Doppel- oder Überförderung zu vermeiden, ist unter anderem die Bestätigung einer Steuerberatung vorgesehen: etwa zur Einstufung als energieintensives Unternehmen, aber auch zu den verbrauchten Energien und zur Höhe der Mehr-Aufwendungen. 
 

Förderbare Energieträger sind Strom, Erdgas und Treibstoffe (Benzin und Diesel).

Mit dem Energiekostenzuschuss werden Energie-Mehrkosten von 1. Februar 2022 bis zum 30. September 2022 gefördert. Sollte die Europäische Kommission die Genehmigungsfrist über Jahresende hinaus verlängern, ist eine entsprechende Verlängerung grundsätzlich möglich. 

Die Auszahlung erfolgt auf Basis der bei Antragstellung vorgelegten Unterlagen.