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Versorgung

Welche Bedeutung hat die Gasspeicher-Befüllung?

Gasspeicher erlauben Gashändlern ein Mehr an Flexibilität, eine saisonal ausgeglichenere Nutzung von Import-Kapazitäten und sie spielen auch vor dem Hintergrund der Versorgungssicherheit und Preisstabilität eine Rolle. Das hat sich auch im Winter 2025/2026 gezeigt: Auch angesichts dreier Kältewellen in Europa war die österreichische Gasversorgung zu keinem Zeitpunkt gefährdet. Das Gas in den Speichern schafft zudem Resilienz für allfällige unvorhergesehene Ereignisse, wie etwa Infrastrukturgebrechen.

Schnelle Ausspeicherung im Winter 2025/2026

Der Winter 2025/26 war sehr kalt, weshalb es mehr Gas für Heizung und Fernwärme brauchte. Außerdem gab es weniger Stromerzeugung mit Wasserkraft, weshalb mehr Gas für die Stromerzeugung verwendet wurde. Aus diesen Gründen wurden die Gasspeicher im heurigen Winter rasch entleert.

Aktuelle Speicherentwicklung unkritisch

Mit Stand Ende März 2026 beträgt der Speicherstand 35 Terawattstunden (bzw. 36 Prozent), was etwas weniger als der Hälfte eines Jahresgasverbrauchs in Österreich entspricht. Zu Beginn der Heizperiode am 1. Oktober 2025 lagen 85,6 Terawattstunden (TWh) Gas in den Speichern, wobei 20 TWh davon die so genannte strategische Gasreserve der Republik Österreich sind.

Füllstände der Gasspeicher in Österreich (in Prozent)

Grafik-Beschreibung über Button nach der Grafik erreichbar.
Quelle: Österreichische Energieagentur auf Basis von AGSI

Speicherinhalt der Gasspeicher, jeweils zu Beginn und nach Ablauf der Heizperiode in Österreich (in TWh)

Grafik-Beschreibung über Button nach der Grafik erreichbar.
Quelle: Österreichische Energieagentur auf Basis von AGSI

Ausspeicherung geht in Einspeicherung während der Sommermonate über

Die Wiederauffüllung der Speicher erfolgt im Laufe des Frühlings und Sommers. Die Gas-Versorgungsunternehmen sind in der Verantwortung, für die Versorgung ihrer Kunden entsprechend vorzusorgen und einzuspeichern. Seitens der Bundesregierung wurden seit 2022 zahlreiche Schritte gesetzt, um die Gasversorgung sicherer zu gestalten. Einerseits wurde erstmalig eine strategische Gasreserve aufgebaut und andererseits wurden auch neue Gasspeicherverpflichtungen, u.a. für Gas-Kraftwerksbetreiber, gesetzlich implementiert. Gleichzeitig wurden auch Schritte gesetzt, um die Diversifizierung der Gasversorgung zu unterstützen, bspw. durch die tlw. öffentliche Finanzierung des Ausbaus der West-Austria-Gasleitung. Gasspeicher sind nach wie vor essentiell für die Gasversorgungssicherheit, allerdings hat die Bedeutung abgenommen. Österreichs Gasversorgung ist deutlich diverser aufgestellt, als noch vor einigen Jahren - es gibt mehr Routen und auch mehr Bezugsquellen. Im Gegensatz zu 2022 ist das Risiko eines Ausfalls von über 80 Prozent der Gaslieferungen (das entsprach der Abhängigkeit Österreichs von Russland) heute nicht mehr gegeben.

Neben mehreren Versorgungsrouten und der Befüllung der Gasspeicher gibt es darüber hinaus drei wichtige Punkte, um die Gasversorgung stabil und sicher zu halten:

  • Gas sparsam einsetzen oder – sofern möglich – durch Alternativen ersetzen. Besonders im Industriebereich gibt es dafür große Hebel. Dazu gehört auch der beschleunigte Ausbau von erneuerbarer Wärmeerzeugung ohne fossile Energie, wie etwa mit Hilfe von Geothermie, Wärmepumpen und biogenen Reststoffen sowie direktelektrischen Verfahren (evtl. in Hybrid-Betriebsweise).
  • Importe für Erdgas weiter diversifizieren und langfristig absichern sowie den Weg für verstärkten Import von klimaneutralem Wasserstoff einleiten.
  • Ausbau erneuerbarer Energieerzeugung, um die Importabhängigkeit insgesamt weiter zu reduzieren. Hier liegt der Fokus auf erneuerbaren Gasen wie Biomethan und grünem Wasserstoff, sowie auf der Stromerzeugung, die Erzeugung aus Gaskraftwerken substituiert bzw. die Basis für die Erzeugung von Wasserstoff und strombasierte Alternativen zu Gas bildet: Windkraft, Wasserkraft und winteroptimierte Photovoltaik sowie Bioenergie. Wichtig dabei: Mit modernisierten Netzkapazitäten und ausreichend Energiespeichern können Flexibilitäten besser genutzt und Gasverbrauch reduziert werden.

In den Grafiken ist der aktuelle Speicherstand der heimischen Gasspeicher zu sehen sowie der Gasspeicherstand im Vergleich zum Vorjahr. 

Füllstand Gasspeicher (in %)

Quelle: AGSI

Gasspeicherstand pro Monat im Vorjahresvergleich (in %)

Quelle: AGSI