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Hochkonjunktur für Erneuerbare: Statistik 2022 zeigt Rekord-Zuwächse

Das Klimaschutzministerium erhebt jährlich, wie sich der Energiemarkt entwickelt. Die Ergebnisse für das Jahr 2022 sind dabei sehr erfreulich, denn sie zeigen: Die Energiewende schreitet voran! Die vielen Maßnahmen wie etwa die „Raus aus Öl und Gas“-Förderungen sowie Förderungen für Photovoltaik und Windkraft werden sehr gut angenommen. Das zweite Jahr in Folge zeigt sich eine erfreuliche Entwicklung weg von fossilen Energien hin zu mehr Erneuerbaren. Damit schützt Österreich das Klima, stärkt seine Energieunabhängigkeit und kurbelt die eigene Wirtschaft an. Denn für den Tausch der Heizsysteme, der Installation von Windrädern und Photovoltaikanlagen sowie der Herstellung von z.B. Wärmepumpen braucht es viele heimische Arbeitsplätze und Unternehmen mit hoher Innovationskraft.

Die Erneuerbaren-Zuwächse in der Übersicht

Zuwächse der Energietechnologien Windkraft, Wärmepumpen, Photovoltaik und PV-Batteriespeicher sowie Biomasseheizungen Marktentwicklungsbericht 2022. Details finden Sie im Text, der auf das Diagramm folgt.
Zuwächse der Energietechnologien Windkraft, Wärmepumpen, Photovoltaik und PV-Batteriespeicher sowie Biomasseheizungen Marktentwicklungsbericht 2022. Quelle: P. Biermayr et al (2023) Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2022; im Auftrag des BMK

2022 wurden um 66 Prozent mehr Biomassekessel installiert als 2021. Der Verkauf von Wärmepumpen legte um 60 Prozent zu, ebenso stieg Photovoltaik (+ 36 %) und die damit verbundenen PV-Batteriespeicher (+ 75 %) sowie Windkraft (+ 8 %). 

Klimafreundlich heizen mit Biomasse

Die Energiekrise sorgte für ein noch nie dagewesenes Interesse an Biomasse. Die Verkaufszahlen von Biomasseheizungen legten um 66 Prozent zu, Pelletskessel steigerten sich sogar um 88 Prozent. Biomasse kann jedoch nicht nur das Zuhause wärmen, sondern hat mit seiner Speicherfunktion und thermischen Umwandlungsfähigkeit eine hohe Bedeutung in der Energiewende.

Anzahl der jährlich in Österreich installierten Biomasseheizungen (bis 100 kWth)

Anzahl der jährlich in Österreich installierten Biomasseheizungen (bis 100 kWth). Details finden Sie im Text, der auf das Diagramm folgt.
Anzahl der jährlich in Österreich installierten Biomasseheizungen (bis 100 kWth). Quelle: P. Biermayr et al (2023) Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2022; im Auftrag des BMK

Biomasse ist eine der tragenden Säulen der erneuerbaren Energie. Mit festen biogenen Brennstoffen konnten 2022 rund 9,9 Mio. Tonnen CO2 eingespart werden.

Nach historisch bedingten Einbrüchen durch die Finanzkrise, Pelletsverknappung und niedrigen Ölpreisen steigen die Absatzzahlen seit 2019 wieder deutlich. Aufgrund der Energiekrise gab es 2022 sogar Rekordabsätze. Im Vergleich zu 2021 wurden mit 23.071 Stück um 88 Prozent mehr Pelletsfeuerungen verkauft und mit 8.092 Stück um 26 Prozent mehr Stückholz-, Hackgut- oder Kombikessel. Insgesamt steigt die Anzahl an neu installierten Biomassekesseln im Jahr 2022 um 66 Prozent.

Neben der klassischen Rolle von Bioenergie zur Raumwärmebereitstellung ist Bioenergie in Kombination mit anderen Erneuerbaren für die Energiewende besonders wertvoll. Biomassebrennstoffe sind wetterunabhängige Energielieferanten und punkten als Energiespeicher.

Für „Raus aus Öl und Gas“ also den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen stellt das Klimaschutzministerium im Umweltförderungsgesetz in den Jahren 2023 bis 2026 Förderungen in der Höhe von 1.935 Millionen Euro zur Verfügung, um langfristig attraktive Anreize für klimafreundliche Heizformen zu setzen.

Wärmepumpen als beliebte Allrounder

Der Markt für Wärmepumpen entwickelt sich bereits seit 20 Jahren positiv, doch seit 2021 ist das Interesse höher denn je: 60 Prozent mehr Wärmepumpen wurden 2022 verkauft. 

Anzahl der jährlich in Österreich verkauften Wärmepumpen nach Einsatzgebiet

Anzahl der jährlich in Österreich verkauften Wärmepumpen nach Einsatzgebiet. Details finden Sie im Text, der auf das Diagramm folgt.
Anzahl der jährlich in Österreich verkauften Wärmepumpen nach Einsatzgebiet. Quelle: P. Biermayr et al (2023) Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2022; im Auftrag des BMK

Höhere Energiepreise und Unsicherheiten bei der Versorgung mit fossilen Energieträgern führten dazu, dass sich im Jahr 2022 mehr Haushalte denn je für eine Wärmepumpe entschieden haben – und damit auf eine besonders effiziente Technologie setzen. Der Markt wuchs um 60 Prozent, mit 49.192 neuen Heizungswärmepumpen, 11.153 neuen Brauchwasserwärmepumpen, 1.201 Wärmepumpen zum Einsatz in der Wohnraumlüftung sowie 131 zusätzlichen Industriewärmepumpen. 2022 konnte mit Wärmepumpen so netto 1 Mio. Tonnen CO2- Emissionen eingespart werden.

Für „Raus aus Öl und Gas“ also den Umstieg auf klimafreundliche Heizungen stellt das Klimaschutzministerium im Umweltförderungsgesetz in den Jahren 2023 bis 2026 Förderungen in der Höhe von 1.935 Millionen Euro zur Verfügung, um langfristig attraktive Anreize für klimafreundliche Heizformen zu setzen.

Immer mehr machen sich Sonne zunutze

Der Photovoltaik-Boom hielt auch 2022 an: Die Gesamtleistung wurde um 1 Gigawatt bzw. 36 Prozent gesteigert. Die kumulierte Gesamtleistung stieg somit auf 3,8 GWp und hat sich innerhalb von zwei Jahren nahezu verdoppelt (2 GWp 2020).

Den selbst produzierten Strom wollen Österreichs Haushalte und Unternehmen auch vermehrt selbst verbrauchen und greifen daher zu Batteriespeichersystemen bei Photovoltaik. 2022 legte die gesamt installierte Speicherkapazität um mehr als 90 Prozent zu.
 

Leistung des Photovoltaik-Zubaus und der gesamt installierten PV-Anlagen in Österreich (Megawatt Peak)

Leistung des Photovoltaik-Zubaus und der gesamt installierten PV-Anlagen in Österreich (Megawatt Peak). Details finden Sie im Text, der auf das Diagramm folgt.
Leistung des Photovoltaik-Zubaus und der gesamt installierten PV-Anlagen in Österreich (Megawatt Peak). Quelle: P. Biermayr et al (2023) Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2022; im Auftrag des BMK

Nicht nur in den eigenen vier Wänden greift Österreich häufiger zu erneuerbaren Energien. Auch das Dach trägt von Jahr zu Jahr mehr zur Energiewende bei: Nach einer fortlaufenden Steigerung der neu installierten Leistung startete ab dem Jahr 2021 mit 740 MWp der Photovoltaik-Boom. Die meisten Anlagen davon sind klassische Aufdach-Anlagen, freistehende Anlagen sowie Fassaden- und dachintegrierte Anlagen spielen noch eine untergeordnete Rolle.

Im Jahr 2022 wurden Photovoltaik-Anlagen mit einer Leistung von 1.009 MWp neu installiert, was einem Wachstum von 36 Prozent gegenüber dem Vorjahr entspricht. In Österreich waren damit Ende 2022 PV-Anlagen mit einer kumulierten Gesamtleistung von 3.792 MWp in Betrieb (+ 36 %). 

Da das Klimaschutzministerium für PV-Anlagen heuer ein Rekord-Förderbudget von 600 Mio. Euro bereitstellt, wird die Wachstumskurve in den nächsten Monaten weiter steil nach oben klettern. 

Leistung des Photovoltaik-Batteriespeicher-Zubaus und der gesamt installierten PV-Batteriespeicher in Österreich (Megawattstunden nutzbare Kapazität)

Leistung des Photovoltaik-Batteriespeicher-Zubaus und der gesamt installierten PV-Batteriespeicher in Österreich (Megawattstunden nutzbare Kapazität). Details finden Sie im Text, der auf das Diagramm folgt.
Leistung des Photovoltaik-Batteriespeicher-Zubaus und der gesamt installierten PV-Batteriespeicher in Österreich (Megawattstunden nutzbare Kapazität). Quelle: P. Biermayr et al (2023) Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2022; im Auftrag des BMK

Plus 91 Prozent bei installierten PV-Batteriespeichern

Energie aus der eigenen Photovoltaik-Anlage kann nicht immer sofort verbraucht werden, wenn sie erzeugt wird. Darum legen sich immer mehr Menschen auch ein Batteriespeichersystem zu, wie die Statistik zeigt. 2022 kamen 17.111 PV-Speichersysteme neu hinzu. Verglichen mit dem Jahr 2021 bedeutet das einen Anstieg bei der neu installierten Speicherkapazität um 75 Prozent (2021: 131 MWh). Die kumuliert nutzbare Speicherkapazität stieg 2022 um 230 MWh, was einer Steigerung von 91 Prozent entspricht (2021: 252 MWh).

Windkraft versorgt 2,3 Mio. Haushalte

Um acht Prozent zugelegt hat auch die Windkraft. 87 neue Windräder drehen sich in Österreich und können bis zu 0,6 TWh Strom erzeugen. Windkraft kann bilanziell den Strombedarf von 2,3 Millionen Haushalten decken.

Windkraft-Zubau (netto) und gesamt installierte Windkraft-Leistung in Österreich (MW)

Windkraft-Zubau (netto) und gesamt installierte Windkraft-Leistung in Österreich (MW). Details finden Sie im Text, der auf das Diagramm folgt.
Windkraft-Zubau (netto) und gesamt installierte Windkraft-Leistung in Österreich (MW). Quelle: P. Biermayr et al (2023) Innovative Energietechnologien in Österreich – Marktentwicklung 2022; im Auftrag des BMK

Schon seit Jahren ist Windkraft fest im Energiemix verankert, im Jahr 2022 konnte die Erzeugungsleistung netto um 266 Megawatt ausgebaut werden. Netto bedeutet in diesem Zusammenhang, dass zwar 87 Windräder mit einer Leistung von 315 MW neu errichtet, 27 Windräder mit einer Leistung von 49 MW aber auch wieder abgebaut wurden. Die Differenz ergibt den Netto-Zubau von 266 MW. Von den insgesamt 87 Anlagen entfielen 39 Anlagen mit 128 MW auf Niederösterreich und 30 Anlagen mit 128 MW auf das Burgenland. 9 Windräder mit 30 MW wurden in der Steiermark, 8 Windräder mit 26 MW in Kärnten und ein Windrad mit 3 MW in Oberösterreich errichtet. 

2022 waren 1.366 Windkraftanlagen mit einer Nennleistung von 3.561 MW am Netz. Diese Leistung ermöglicht eine durchschnittliche jährliche Stromproduktion von 8,2 TWh. Damit kann bilanziell der Stromverbrauch von 2,3 Mio. Haushalten in Österreich abgedeckt werden. Mit Windstrom konnten rund 3 Mio. Tonnen Emissionen CO2 gespart werden. 

Der gesamte Marktbericht ist auf der Webseite Nachhaltig Wirtschaften zu finden.