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Österreichs Infoportal zur Energiesituation

Füllstand Gasspeicher (in %)

Stromspar-Zeiten 

Anteil Gas aus Russland (in %)

Gasspeicherstand pro Monat im Vorjahresvergleich (in %)

Eigentumsverhältnisse Gasspeicher (in TWh; Stand: 29.11.2022)

Monatlicher Gasverbrauch im Vorjahresvergleich 

grüner Kreis mit Häkchen

Gasverbrauch in Österreich rückläufig

-26,1 %
7,95 TWh
Oktober 2021
im Vergleich zu
5,87 TWh
Oktober 2022

Monatlicher Stromverbrauch im Vorjahresvergleich 

grüner Kreis mit Häkchen

Stromverbrauch in Österreich rückläufig

-7,7 %
4,90 TWh
Oktober 2021
im Vergleich zu
4,52 TWh
Oktober 2022

Gasverbrauch pro Monat im 5-Jahres-Vergleich (in TWh)

Stromverbrauch pro Monat im 5-Jahres-Vergleich (in TWh)

Gaspreis Börse (Euro pro MWh)

Strompreis Börse (Euro pro MWh)

Prognosemodell zeigt: Gezieltes Stromsparen stärkt Stromversorgung und reduziert Gasverbrauch 

  • Strom wird im Winter häufig mit Gas erzeugt
  • Gas ist teures und knappes Gut
  • Sorgsamer Umgang mit Gasreserven wichtig
  • Prognosemodell zeigt ideale Stromsparzeiten und hilft bei reduzierten Gasverbrauch für Stromproduktion
  • Diese Stunden werden für den Folgetag ausgewiesen

In den vergangenen Monaten haben die Gaspreise eine Achterbahnfahrt hingelegt. Das merken Haushalte und Unternehmen auf ihrer Rechnung. Auch bei Strom ist das der Fall, denn dieser ist an den Gaspreis gekoppelt. Besonders im Winter kann weniger Strom aus erneuerbaren Quellen wie Wind, Wasser, Sonne und Biomasse erzeugt werden. Daher müssen Gaskraftwerke zugeschalten werden, um den Strombedarf zu decken.

Stromverbrauch schwankt

Der Strombedarf ist nicht jeden Tag und jede Stunde gleich. Besonders viel Strom wird meist an Werktagen gebraucht. Von der Essenszubereitung, über Haushaltelektrogeräte bis hin zur Mobilität. Gleichzeitig benötigen Wirtschaft und Industrie große Mengen Strom.

Hoher Erdgaseinsatz soll vermieden werden

Eine Verordnung der Europäischen Union regelt, wie in diesem Winter das Stromverbrauchsverhalten verändert werden soll, um möglichst wenig Gas dafür aufzuwenden. Die Verordnung tritt mit 1. Dezember 2022 in Kraft und gilt bis Ende März 2023.

Die Versorgung mit Gas ist seit der Energiekrise ein noch wichtigerer Punkt geworden, da einige europäische Länder nach wie vor stark abhängig von russischen Erdgaslieferungen sind. Der Einsatz von Gas ist entweder nötig 

  • wenn wenig Strom aus erneuerbaren Energien erzeugt werden kann
  • oder es zu einem hohen Verbrauch kommt.

Dann wird von einer Spitzenzeit (auch Spitzenlast) gesprochen. Wann ist jedoch eine Spitzenzeit?

Prognose der Spitzenzeit zeigt, wann Strom gespart werden soll

Die APG betreibt und steuert das überregionale Stromnetz in Österreich. Daher hat sie Einblick in die Spitzenzeiten und wie hoch der Anteil an erneuerbaren Quellen ist.

Sie sorgen ständig dafür, dass der Strombedarf in Balance mit der Stromerzeugung ist. Um Haushalten und Unternehmen Informationen geben zu können, wann Gas für die Stromerzeugung verwendet werden muss, hat die APG ein Prognosemodell erstellt. Dieses Modell zeigt an, wann es am folgenden Werktag zu „Stromspar-Stunden“ kommt.

Checklist für die „Stromspar-Stunden“

Wer kann, sollte in diesen Zeiten keinen Strom verbrauchen und z.B. die Waschmaschine oder den Geschirrspüler erst danach einschalten. Energiesparen hilft die Kosten im Haushalt niedrig zu halten, schont gleichzeitig das Klima und kann insgesamt dämpfend auf den Gas- und Strompreis wirken. Die besten Energiespartipps finden Sie unter mission11 sowie bei klimaaktiv.

Wie wird der Winter?

Expert:innen prognostizieren die Gasversorgungslage in der Heizsaison 2022/23. Gezeigt werden Szenarien unter den derzeitigen Bedingungen, bei einem sehr kalten Winter und beim Wegfall russischer Gaslieferungen und was jede:r dazu beitragen kann, um gut durch den Winter zu kommen.

Werfen Sie einen Blick darauf!

Wie werden wir unabhängig von Russlands Gas?

In der Vergangenheit hatten Pipelines aus Russland beim Bezug von Erdgas einen hohen Stellenwert in Europa. Mit dem Angriffskrieg auf die Ukraine nutzte Russland diese Machtposition, um Druck auf Europa auszuüben und setzte das Gas als kriegsstrategisches Instrument ein. Österreichs Regierung hat reagiert und umfassende Maßnahmen ergriffen, um die Abhängigkeit von Russlands Gaslieferungen zu vermindern. 

In Österreich lag der Anteil des russischen Gases am Gesamtimport lange Zeit bei circa 80 Prozent. Als der Krieg im Februar 2022 begann, lag der Anteil russischer Gasimporte bei 79 Prozent. Seither wurden neue Wege für Importe erschlossen, die den Anteil russischer Gasimporte erheblich gesenkt haben. Inzwischen konnte der Anteil russischer Gasimporte auf ein Fünftel reduziert werden. Eine Berechnung der E-Control weist die Importanteile erstmals im Detail aus.

Grafik weist Russland-Gasanteil aus

Die Infografik auf der Startseite von energie.gv.at zeigt, wie hoch der Anteil der russischen Gasimporte an den gesamten Importmengen ist. Sie beruhen auf Datenmeldungen an die E-Control. Der Anteil aus nicht-russischen Quellen setzt sich aus norwegischem Gas, Flüssiggasimporten (sogenanntes LNG) und zu kleinen Teilen aus Gas aus Nordafrika und Zentralasien zusammen. Diese nicht-russischen Importe erfolgen im Wesentlichen über die Routen durch Deutschland und Italien. 

Berechnet wird der Anteil russischen Gases in zwei Schritten:

  1. Zuerst werden mit Hilfe von aggregierten Daten von Gasknotenpunkten (das sind Gasübergabepunkte zwischen zwei Ländern) aus der ENTSO-G Transparency Plattform Anteile für die österreichischen Gesamtimporte an den jeweiligen Grenzen errechnet. 
  2. Diese Anteile werden in einer zweiten Stufe mit Daten über Gastransite, welche die E-Control aus dem Marktmonitoring erhält, in einem Modell kombiniert. So können noch genauere Aussagen getroffen werden.

Trotz der genauen Erhebung beruhen die Angaben auf Werten, die einer  gewissen Schwankungsbreite unterliegen, denn die Teilnehmer:innen am Gasmarkt müssen der E-Control nicht die exakte Herkunftsquelle der Gasimporte nennen. 

Werte variieren nach Verfügbarkeit

Die Regierung ist bemüht, den Anteil russischen Gases konstant zu senken. Trotzdem kann es vorkommen, dass die Werte von einem Monat auf den anderen auch nach oben gehen. Warum ist das so? Der Anteil der verfügbaren Importe aus anderen Quellen schwankt monatlich und hängt unter anderem von der Verbrauchssituation unserer Nachbarländer ab (vor allem Deutschland und Italien). Zusätzlich kann die Verwendung der Speicher in Österreich durch ausländische Unternehmen zu erhöhten Importen im Sommer und erhöhten Exporten im Winter führen. Auch die Verfügbarkeit von LNG schwankt je nach Saison und ist abhängig von der Situation am Weltmarkt sowie den Wartungszyklen der LNG-Infrastruktur. 

Vollständige Unabhängigkeit fossiler Energieträger als langfristiges Ziel

Das Klimaschutzministerium strebt nicht nur die Unabhängigkeit von russischem Erdgas an, sondern möchte generell die Abhängigkeit von fossilen Energieträgern wie Erdgas, Erdöl und Kohle beenden. Stattdessen sollen immer mehr erneuerbare Energieträger zum Einsatz kommen. Denn nur so kann Österreich energieautark werden, die Treibhausgasemissionen reduzieren und die Klimaneutralität bis 2040 erreichen.  

Wem gehört das Gas in unseren Speichern?

Eigentumsverhältnisse in den Gasspeichern

Quelle: E-Control

Die Übersicht in Tortendiagrammform zeigt die Eigentumsverhältnisse in den österreichischen Gasspeichern. 
A) zeigt die Strategische Gasreserve. Die strategische Gasreserve ist ein staatlich kontrollierter Erdgas-Vorrat der Bundesregierung, um die Energieversorgung in Österreich sicher zu stellen. Gesamt umfasst sie 20 TWh. 19,46 TWh davon sind bereits in den österreichischen Speichern, die 0,54 TWh liegen in einem slowakischen Speicher, der direkt an Österreich angebunden ist.

Der Tortenteil B) zeigt die „immunisierten Mengen“, die derzeit 4,63 TWh ausmachen. Darunter werden jene Gasmengen verstanden, die Unternehmen gemäß Energielenkungsgesetz §26a selbst eingespeichert und auf die sie auch im Falle einer Energielenkung Zugriff haben. 

Neben der strategischen Gasreserve und den immunisierten Mengen liegen weitere Gasmengen in den Speichern, die für geschützte Kund:innen in Österreich vorgesehen sind. Derzeit sind das 7,79 TWh (C). Geschützte Kund:innen sind z.B. Haushalte und soziale Dienste wie Krankenhäuser, die immer mit Energie versorgt werden.  

Das Tortenteil D) zeigt weitere sonstige Mengen, die österreichische Speicherkund:innen in den Speichern eingelagert haben. Diese Mengen sind laut Einschätzung der E-Control mit höherer Wahrscheinlichkeit für den österreichischen Markt vorgesehen, können aber auch an nicht-österreichische Kund:innen verkauft werden. 

Die beiden grün eingefärbten Anteile E) und F) stellen jene Mengen dar, die Speicherkund:innen aus dem Ausland in unseren Speichern liegen haben. Nur 0,58 TWh ist dabei für konkrete Endkund:innen aus anderen Länder bestimmt. 39,36 TWh an Gas haben Unternehmen aus anderen Ländern bei uns gespeichert. Bei diesen Unternehmen handelt es teilweise um internationale Gashändler, die nicht vorab festlegen, in welchem Land sie das eingelagerte Gas verkaufen.

Letzte Aktualisierung am 29.11.2022